"The whole idea behind a blog is an ongoing narrative... a series of events that follows another series of events."
- Californication season1episode3
In diesem Sinne möchte ich meine Faulheit überwinden und hier weiter machen. Tatsächlich hatte ich vorm Metal Camp ein anderes Lied im Visier. Ich habe in Slowenien auch, wie im vorigen Blog-Eintrag erwähnt, Tagebuch geführt. Ob - und in welcher Form - dies veröffentlicht wird, überleg ich mir schon die längste Zeit, da es doch recht persönlich ist, aber momentan stehen die Sterne gut! Wenn es dazu kommt, dann aber in einem anderen Eintrag, jetzt gehts wieder zurück zum eigentlichen Inhalt des Blogs und der Interpretation von Liedern!
"Kleid aus Rosen" vom Album "Herzblut" aus dem Jahre 2001 ist geradezu gefundenes Fressen! Fest steht hier inhaltlich nichts, die Meinungen gehen teils enorm auseinander und obendrein ist es vollbeladen mit Stilfiguren! Das ist auch das Mindeste, ist Subway to Sallys Textschreiber Michael "Bodenski" Boden doch laut Wikipedia studierter Germanist! Was ich mit Sicherheit und aus eigener Erfahrung über dieses Lied sagen kann: Im dunklen Club treibt es die Stimmung und die Tanzwut der düsteren Gestalten zur Höchstform!
Lyrics:
Meister, Meister gib mir Rosen,
Rosen auf mein weißes Kleid,
stech die Blumen in den bloßen
unberührten Mädchenleib.
Ein gutes Mädchen lief einst fort,
verließ der Kindheit schönen Ort;
verließ die Eltern und sogar
den Mann, dem sie versprochen war.
Vor einem Haus da blieb sie steh'n,
darinnen war ein Mann zu sehn
der Bilder stach in nackte Haut,
da rief das gute Mädchen laut:
Meister, Meister gib mir Rosen,
Rosen auf mein weißes Kleid,
stech die Blumen in den bloßen
unberührten Mädchenleib.
„Diese Rosen kosten Blut“,
so sprach der Meister sanft und gut,
„Enden früh dein junges Leben,
will dir lieber keine geben.“
Doch das Mädchen war vernarrt,
hat auf Knien ausgeharrt
bis er nicht mehr widerstand
und die Nadeln nahm zur Hand.
Meister, Meister gib mir Rosen,
Rosen auf mein weißes Kleid,
stech die Blumen in den bloßen
unberührten Mädchenleib!
Und aus seinen tiefen Stichen
wuchsen Blätter, wuchsen Blüten,
wuchsen unbekannte Schmerzen
in dem jungen Mädchenherzen.
Später hat man sie geseh'n,
einsam an den Wassern steh'n.
Niemals hat man je erfahr'n,
welchen Preis der Meister nahm.
Meister, Meister gib mir Rosen,
Rosen auf mein weißes Kleid,
stech die Blumen in den bloßen
unberührten Mädchenleib!
Meister, Meister gib mir Rosen,
Rosen auf mein weißes Kleid,
stech die Blumen in den bloßen
unberührten Mädchenleib!
Rhetorik, Stil & Aufbau:
Schnell springt einem das Reimschema ins Auge: Während der vierzeilige Refrain einen Kreuzreim aufweist, bestehen die achtzeiligen Strophen aus Paarreimen. (Für die Mathematikgenies: 4 Paarreime!) Spannend und gut gelöst ist jedoch der letzte Paarreim: hier reimen sich die Konsonanten plötzlich nicht mehr völlig, ein unreiner Reim bricht die ganze regelmäßige Liedstruktur auf und zeigt das Ende an. Danach folgt nur noch eine doppelte Wiederholung des Refrains.
Was die Stilfiguren betrifft, so finden sich schon in der ersten Zeile des Refrains zwei: "Meister, Meister" ist eine Verdoppelung, oder professioneller ausgedrückt eine Geminatio. Die erste Zeile endet auf "Rosen", die zweite Zeile fängt mit "Rosen" an. Hierbei handelt es sich um eine Anadiplosis. "Stech die Blumen in den bloßen unberührten Mädchenleib" ist zweifellos eine Metapher, für was ist hier die Frage. Die Interpretationsansätze klaffen hier weit auseinander, deshalb will ich darauf näher eingehen, wenn ich mich dem Inhalt zuwende.
Was die Stilfiguren betrifft, so finden sich schon in der ersten Zeile des Refrains zwei: "Meister, Meister" ist eine Verdoppelung, oder professioneller ausgedrückt eine Geminatio. Die erste Zeile endet auf "Rosen", die zweite Zeile fängt mit "Rosen" an. Hierbei handelt es sich um eine Anadiplosis. "Stech die Blumen in den bloßen unberührten Mädchenleib" ist zweifellos eine Metapher, für was ist hier die Frage. Die Interpretationsansätze klaffen hier weit auseinander, deshalb will ich darauf näher eingehen, wenn ich mich dem Inhalt zuwende.
In der ersten Strophe befindet sich eine Anapher: es wiederholt sich am Zeilenanfang der zweiten und dritten Zeile "verließ".
"Der Bilder stach in nackte Haut" ist wieder eine Metapher, über die sich streiten lässt. Selbiges gilt für die zweite Strophe: "Diese Rosen kosten Blut. Enden früh dein junges Leben, will dir lieber keine geben!".
In der letzten Strophe erzeugt schon der erste Paarreim eine gewisse Unsicherheit, reimen sich doch hier die Vokale nicht! "Stichen - Blüten".
"Wuchsen" ist hier gleich eine Geminatio, "wuchsen Blätter, wuchsen Blüten". "Blätter - Blüten" würde ich persönlich auch als Steigerung, also als Klimax betrachten. Das hängt jedoch davon ab, ob eine Klimax per Definition nicht mehr als zwei "Stufen" voraussetzt. (Die meisten Beispiele bestehen aus mindestens drei Steigerungen!) Mein schlaues Skript (und auch Wikipedia) sprechen von einer Steigerung vom schwächeren zum stärkeren Ausdruck. Da die Blüte die Vollendung einer Blume ist, finde ich die Klimax hier gerechtfertig.
"Wuchsen" ist zur Freude aller jedoch auch eine Anapher. Wie auch schon in der ersten Strophe fangen in der letzten Strophe die zweite und dritte Zeile mit dem selben Wort an!
In dieser Strophe findet sich auch ein klassischer Pleonasmus: "junges Mädchenherz". Das Paradebeispiel für den Pleonasmus ist der "alte Greis" unser "junges Mädchenherz" ist genau dasselbe in grün, bzw. das genaue Gegenteil. Was aber soweit nichts an der Stilfigur ändert. Mädchen impliziert, dass es jung ist und daher ist es eine zusätzliche Wiederholung der eigentlichen Bedeutung.
In dieser Strophe findet sich auch ein klassischer Pleonasmus: "junges Mädchenherz". Das Paradebeispiel für den Pleonasmus ist der "alte Greis" unser "junges Mädchenherz" ist genau dasselbe in grün, bzw. das genaue Gegenteil. Was aber soweit nichts an der Stilfigur ändert. Mädchen impliziert, dass es jung ist und daher ist es eine zusätzliche Wiederholung der eigentlichen Bedeutung.
"Wassern"...Das Mädchen steht an den "Wassern". Meines Erachtens eine Synekdochè. Ein weitläufigerer Begriff, der hier nicht ganz klar ist, ein Fluss, ein See, ein Meer, wird durch einen engeren Begriff aus dem selben Begriffsfeld ersetzt.
Die letzten beiden Zeilen brechen mit dem Reimschema des Liedes, indem sie auf einen auffällig unreinen Reim enden und so schön das Ende des Liedes signalisieren. Ein Bruch im Reimschema ist nicht ungewöhnlich um das Ende eines ansich endlosen Reimschemas erkenntlich zu machen. Beispielsweise fällt mir hier "Über Vergänglichkeit" von Hugo von Hofmannsthal ein, wo das Ende des Gedichts durch eine einzelne Zeile angezeigt wird, welches die ansich endlos fortlaufenden Terzinen stoppt. So bricht auch der unreine Reim "erfah'n- nahm" deutlich mit dem bisher auf der letzten Silbe immer perfekt gereimten Lied.
Niemals hat man je erfahr'n,
welchen Preis der Meister nahm.
Inhalt:
Jetzt wirds spannend. Im folgenden handelt es sich nicht nur um meine Meinung, sondern auch um die verschiedensten Interpretationsansätze die ich in Foren, Youtube-Comments und den verschiedensten Abarten des interaktiven Web2.0 so gefunden habe. Neben seiner perfekten, eingängigen, zum Tanzen und Mitsingen einladenden Melodie macht die Interpretationsschwierigkeit den großen Reiz an dem Lied aus. Nahezu jeder glaubt etwas anderes in dem Lied zu sehen.
Zu Beginn sind sich die meisten Interpretationsansätze noch einig. Ein junges Mädchen läuft von zu Hause fort, möglicherweise weil sie nicht heiraten will! "Dem sie versprochen war" impliziert doch ziemlich eindeutig, das die geplante Hochzeit nicht ihre Idee war.
Zu Beginn sind sich die meisten Interpretationsansätze noch einig. Ein junges Mädchen läuft von zu Hause fort, möglicherweise weil sie nicht heiraten will! "Dem sie versprochen war" impliziert doch ziemlich eindeutig, das die geplante Hochzeit nicht ihre Idee war.
Sie kommt zu einem Haus, indem ein Meister wohnt. Hier spalten sich die Interpretationsansätze stark auf: Viele scheinen die Verwendung des Wortes "Meister" sexuell aufzufassen, woraus sich in der restlichen Interpretation eine durch Dominanz und Unterwerfung bestimmte Beziehung ergibt, die der "Meister" zunächst ablehnt, doch das junge Mädchen besteht darauf, bittet, bettelt und fleht darum "hat auf Knien ausgeharrt" und schließlich geht sie an dieser Beziehung zu Grunde: "einsam an den Wassern stehn, niemals hat man je erfah'n, welchen Preis der Meister nahm" wird in den meisten Interpretationsansätzen als Hinweis auf ihren Tod betrachtet.
Ein weiterer Interpretationsansatz geht davon aus, dass der "Meister" jemand ist, den sie im Gegensatz zu ihrem Mann wirklich liebt. Diese Liebe wird jedoch nicht erwidert, der "Meister" sträubt sich zunächst, gibt ihrem Flehen jedoch nach und entjungfert sie schließlich.
Ein weiterer Interpretationsansatz geht davon aus, dass der "Meister" jemand ist, den sie im Gegensatz zu ihrem Mann wirklich liebt. Diese Liebe wird jedoch nicht erwidert, der "Meister" sträubt sich zunächst, gibt ihrem Flehen jedoch nach und entjungfert sie schließlich.
bis er nicht mehr widerstand
und die Nadeln nahm zur Hand.
Ganz kecke Interpreteure (gibts dieses Wort? Auf jeden Fall sollte es dieses Wort geben!) sehen hier "Nadel" als Metapher für das äußere männliche Geschlechtsorgan. Was ich persönlich durch die Verwendung der Mehrzahl nicht ganz schlüssig finde. Das "weiße Kleid" wird in diesem Interpretationsversuch als Symbol für die Unschuld betrachtet, "diese Rosen kosten Blut" "stech die Blumen in den bloßen unberührten Mädchenleib" wird hier als Metapher für die Defloration betrachtet. Die "tiefen Stiche" sind hier bildlich für einen nicht ganz jugendfreien Vorgang, es "wuchsen Blätter, wuchsen Blüten" und "unbekannte Schmerzen" umschreiben die Schmerzen und das Blut, welches bei diesem Vorgang auftreten kann. Die "unbekannten Schmerzen" und "wachsenden Blüten" werden manchmal auch als Schwangerschaft und der folgenden Geburt betrachtet. Es endet wieder mit der Annahme ihres Todes, vermutlich weil die Liebe nicht erwidert wurde. Er verlässt sie, sie ist vor der Ehe entjungfert, dadurch gesellschaftlich gezeichnet und ausgestoßen. Man erfährt nicht, "welchen Preis der Meister nahm", vielleicht hat er das Kind behalten? Schließlich "steht sie einsam am Wasser"! Dieser Interpretationsansatz klärt jedoch nicht, warum diese Blumen, in diesem Fall der Geschlechtsverkehr, ihr Leben frühzeitig beenden sollten.
Ein weiterer Interpretationsansatz, ein sehr beliebter wohlgemerkt, behauptet, es handle sich bei dem "Meister" um einen Tätowierer, beim "weißen Kleid" um ihre Haut und bei Nadeln und Rosen um den tatsächlichen Tätowiervorgang. Er tätowiert ihr Rosen.
Dieser Interpretationsansatz lässt sich weiter ausführen, angeblich (leider hab ich dazu keine verlässlichen Quellen gefunden!) war die Rose im Mittelalter ein Symbol für Prostitution! Prostituierte trugen angeblich Rosen-Tätowierungen um sich erkenntlich zu machen. Daher sollen auch diverse Rosen-Gassen und Straßen in diversen Städten kommen: Ein Hinweis, dass es sich bei der Gegend einst um das Rotlichtmilieu gehandelt hat. Ich weise nochmal darauf hin: Ich konnte keine glaubwürdige Quelle zu dieser Interpretation der Rose finden, wenn auch Rosen zweifellos auch heute noch ein Symbol für die Liebe sind. Der Tätowierer weigert sich jedenfalls zunächst dem Mädchen Rosen zu tätowieren, da er es nicht in die Prostitution schicken will, die das junge Leben frühzeitig beenden könnte. Schließlich gibt er ihr nach und als Bezahlung gibt sie sich ihm hin. Später ist sie "einsam", da sie als Prostituierte von der Gesellschaft ausgestoßen ist und begeht vermutlich Selbstmord.
In einem Forum interpretierte ein User das ganze Lied höchst satanisch: "Meister, Meister gib mir..." betrachtet dieser User als "die Teufelsbeschwörungsformel schlechthin". Das junge Mädchen läuft fort, wird vom Teufel verführt (mit umgekehrter Psychologie), dieser tätowiert ihr eine Rose. Sie hatte unverheiratet Sex, sie ist gezeichnet, ausgestoßen und bringt sich um. "Blätter und Blüten"sind hier die "Sprosse Satans der in Sündern weiterlebt!". Auch ein Ansatz, wenn es auch nicht meiner wäre.
Ich habe jetzt einige Interpretationsversuche aufgezählt, die ich in den endlosen Weiten des Netzes so fand. Welcher ist nun der Richtige?
Eine Interpretation steht und fällt mit ihrer Argumentation, ich persönlich finden den Ansatz mit der unerwiderten Liebe am plausibelsten.
Drei Dinge müssen jedoch noch zusätzlich erwähnt werden: Erstens: Es gibt ein sogenanntes "Subway to Sally Storybook", das ich jedoch nicht besitze. Und ganz ehrlich, es interessiert mich auch nicht wirklich. In diesem Buch sind von diversen Künstlern Bilder und Zeichnungen zu den Songtexten, sowie einige Kommentare des Songwriters. Laut einem Youtube-Comment, ich hab das Buch wie gesagt nie gesehen, steht in diesem Buch als Anmerkung "es handle sich um das Zurücklassen der Kindheit", ein anderer Comment behauptete aber auch, in dem Buch stünde, dass die Rose im Mittelalter ein Symbol für Prostitution sei. Die Wahrheit ist irgendwo da draußen!
Zweitens: es gibt ein weiteres sehr interessantes Subway to Sally Lied, welches den Titel "Die Rosen im Wasser" trägt. Textlich könnte man meinen, es handle sich hierbei um die Fortsetzung von "Kleid aus Rosen". Kurzum: es scheint in dieser vermeintlichen Fortsetzung um eine Tote die im Wasser treibt zu gehen, desweiteren werden Motive wie "die Schmerzen einer Jungfrau", "Liebe" und "Grausamkeit", "Trauer" und "Lust" mit eingebracht. Betrachtet man das Lied als Fortsetzung, so bestätigt es zumindest den Tod des Mädchens am "Wasser". Irritierend dabei ist jedoch, dass die vermeintliche Fortsetzung auf dem 1999 erschienen Album "Hochzeit" ist, während sich "Kleid aus Rosen" auf der zwei Jahre später erschienenen CD "Herzblut" befindet. So der textliche Zusammenhang ernst genommen wird, ist "Kleid aus Rosen" also ein später verfasstes Prequel zu "Die Rosen im Wasser".
Drittens: jetzt lehn ich mich bezüglich der Intertextualität weiter aus dem Fenster: Subway to Sally nimmt hier ein Motiv auf, das ich aus einem alten Kinderlied kenne... "Heidenröslein" von Goethe. Bis zum heutigen Tag und der eingehenden Beschäftigung mit Rosen etc. war mir nicht bewusst, dass dieses vermeintliche Kinderlied in Wahrheit übler Schweinskram ist. Denkt man ja nicht dran. Jedenfalls lassen sich gewisse Parallelen in der Rosen-Metapher erkennen. Man könnte sogar sagen "Kleid aus Rosen" ist das Gegenteil von Goethes "Heidenröslein". Diesmal will das Röslein gepflückt werden, auch wenn es danach dennoch leiden muss. Ich denke dieser Vergleich ist völlig gerechtfertigt. Dieses von Schubert vertonte Goethe-Gedicht ist vermutlich dem Großteil der deutschen Bevölkerung als Volkslied bekannt, besonders aber einem Germanisten sollte das Schaffen Goethes bekannt sein, weshalb ich persönlich "Kleid aus Rosen" für das Subway to Sally Pendant von "Heidenröslein" halte!
In einem Forum interpretierte ein User das ganze Lied höchst satanisch: "Meister, Meister gib mir..." betrachtet dieser User als "die Teufelsbeschwörungsformel schlechthin". Das junge Mädchen läuft fort, wird vom Teufel verführt (mit umgekehrter Psychologie), dieser tätowiert ihr eine Rose. Sie hatte unverheiratet Sex, sie ist gezeichnet, ausgestoßen und bringt sich um. "Blätter und Blüten"sind hier die "Sprosse Satans der in Sündern weiterlebt!". Auch ein Ansatz, wenn es auch nicht meiner wäre.
Ich habe jetzt einige Interpretationsversuche aufgezählt, die ich in den endlosen Weiten des Netzes so fand. Welcher ist nun der Richtige?
Eine Interpretation steht und fällt mit ihrer Argumentation, ich persönlich finden den Ansatz mit der unerwiderten Liebe am plausibelsten.
Drei Dinge müssen jedoch noch zusätzlich erwähnt werden: Erstens: Es gibt ein sogenanntes "Subway to Sally Storybook", das ich jedoch nicht besitze. Und ganz ehrlich, es interessiert mich auch nicht wirklich. In diesem Buch sind von diversen Künstlern Bilder und Zeichnungen zu den Songtexten, sowie einige Kommentare des Songwriters. Laut einem Youtube-Comment, ich hab das Buch wie gesagt nie gesehen, steht in diesem Buch als Anmerkung "es handle sich um das Zurücklassen der Kindheit", ein anderer Comment behauptete aber auch, in dem Buch stünde, dass die Rose im Mittelalter ein Symbol für Prostitution sei. Die Wahrheit ist irgendwo da draußen!
Zweitens: es gibt ein weiteres sehr interessantes Subway to Sally Lied, welches den Titel "Die Rosen im Wasser" trägt. Textlich könnte man meinen, es handle sich hierbei um die Fortsetzung von "Kleid aus Rosen". Kurzum: es scheint in dieser vermeintlichen Fortsetzung um eine Tote die im Wasser treibt zu gehen, desweiteren werden Motive wie "die Schmerzen einer Jungfrau", "Liebe" und "Grausamkeit", "Trauer" und "Lust" mit eingebracht. Betrachtet man das Lied als Fortsetzung, so bestätigt es zumindest den Tod des Mädchens am "Wasser". Irritierend dabei ist jedoch, dass die vermeintliche Fortsetzung auf dem 1999 erschienen Album "Hochzeit" ist, während sich "Kleid aus Rosen" auf der zwei Jahre später erschienenen CD "Herzblut" befindet. So der textliche Zusammenhang ernst genommen wird, ist "Kleid aus Rosen" also ein später verfasstes Prequel zu "Die Rosen im Wasser".
Drittens: jetzt lehn ich mich bezüglich der Intertextualität weiter aus dem Fenster: Subway to Sally nimmt hier ein Motiv auf, das ich aus einem alten Kinderlied kenne... "Heidenröslein" von Goethe. Bis zum heutigen Tag und der eingehenden Beschäftigung mit Rosen etc. war mir nicht bewusst, dass dieses vermeintliche Kinderlied in Wahrheit übler Schweinskram ist. Denkt man ja nicht dran. Jedenfalls lassen sich gewisse Parallelen in der Rosen-Metapher erkennen. Man könnte sogar sagen "Kleid aus Rosen" ist das Gegenteil von Goethes "Heidenröslein". Diesmal will das Röslein gepflückt werden, auch wenn es danach dennoch leiden muss. Ich denke dieser Vergleich ist völlig gerechtfertigt. Dieses von Schubert vertonte Goethe-Gedicht ist vermutlich dem Großteil der deutschen Bevölkerung als Volkslied bekannt, besonders aber einem Germanisten sollte das Schaffen Goethes bekannt sein, weshalb ich persönlich "Kleid aus Rosen" für das Subway to Sally Pendant von "Heidenröslein" halte!
Anstatt der geplanten zwei Stunden sitze ich hier seit knapp vier Stunden was ein weiterer Beleg für die Komplexität dieses Liedes ist. Ich denke, den meisten Subway-Fans ist nicht bewusst, wie unterschiedlich die Interpretationen ausfallen können, ich persönlich finde es immer wieder faszinierend, wieviel in solchen Liedern stecken kann!